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04.01.2012: 
Störungen im Insulinhaushalt von Senioren können durch mäßigen Alkoholgenuss verhindert werden.
Eine Studie aus den USA bestätigt erneut, dass mäßiger Alkoholkonsum Störungen im Insulinhaushalt verhindern kann. Gerade in unserer "Wohlstandsgesellschaft" gelten Unregelmäßigkeiten im Insulinhaushalt als ein wichtiger Faktor bei der Entwicklung von Diabetes mellitus, Herz- und Hirninfarkt, Gicht und verschiedenen Krebserkrankungen wie Brust-, Darm-, Pankreas- und Prostata-Krebs.
Traubenzucker (Glukose) dient Körperzellen als Energielieferant. Um die Glukose aus dem Blut in die Zellen zu transportieren, müssen durch Insulin die Schleusen an der Zellmembran geöffnet werden. Wenn diese auf die Insulinsignale nicht ausreichend reagieren, spricht man von "Insulinresistenz". Dadurch wird der Zucker aus dem Blut nicht oder nur eingeschränkt in die Zellen aufgenommen; eine so genannte "gestörte Glukose-Toleranz" (IGT) liegt vor. Um die gewünschte Zuckerversorgung der Zellen dennoch zu erzielen, muss die Insulinkonzentration im Blut erhöht werden. Dies hat aber auch unerwünschte Nebenwirkungen zur Folge: Die Gerinnungsneigung des Blutes nimmt zu, verschiedene Blutfette und der Blutdruck aber auch die Harnsäurekonzentration werden erhöht. All das bedingt ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko. Die allzeit notwendige, vermehrte Insulinausschüttung erschöpft schließlich frühzeitig die Kapazität der Bauchspeicheldrüse. Diabetes mellitus Typ 2 als direkte Folge ist mittlerweile zur Volkskrankheit avanciert.
Durch Erhalt der Insulinsensitivität kann erwiesenermaßen den heute so weit verbreiteten Zivilisationskrankheiten erfolgreich bis in ein höheres Alter vorgebeugt werden. Vermeidung von Übergewicht und genügend hohe körperliche Aktivität fördern die Insulinsensitivität. Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass auch regelmäßiger, mäßiger Alkoholkonsum die Insulinsensitivität fördern kann.
Um zu überprüfen, hat man an der Universität von New Mexico (Albuquerque, USA) eine Bevölkerungsstudie durchgeführt.
Dafür wurden nach dem Zufallsprinzip 883 Frauen und Männer im Alter über 65 Jahren (mit einem Durchschnittsalter von 74 Jahren) rekrutiert. Die Gruppe schloss Menschen mit bereits manifester Zuckerkrankheit, solche mit IGT, aber auch noch völlig Gesunde ein.
Nach Bestimmung des Nüchtern-Blutzuckers wurden alle Teilnehmer einem Glukose-Toleranz-Test unterzogen. Um das Maß der Insulinsensitivität mit dem Alkoholkonsum in Beziehung setzen zu können, führte man mehrere ausführliche Interviews zu ihren Ess- und Trinkgewohnheiten durch.
Ergebnisse:
Im Vergleich zu völlig abstinent lebenden Teilnehmern hatten jene, die täglich Alkohol in moderaten Mengen genossen sowohl nüchtern signifikant niedrigere Blutzuckerwerte als auch nach dem Glukose-Toleranz-Test. Mehrheitlich nahmen die Untersuchten maximal 36 g Alkohol/Tag zu sich. Dies entspricht in etwa 400 ml Wein. Parallel dazu fanden sich bei den moderaten Alkoholkonsumenten auch die niedrigeren Insulinkonzentrationen im Blut. Dieses Ergebnis war unabhängig von Geschlecht, Alter und Körperfettanteil.
Darüber hinaus differenzierte man die Gesamtgruppe hinsichtlich bereits bestehendem Diabetes mellitus, bestehender IGT und solchen mit Normalwerten.
Dabei zeigte sich, dass auch innerhalb jeder dieser Gruppierungen jene mit täglicher Alkoholdosis die niedrigeren Blutzucker- und Insulinwerte hatten, als die Abstinenten. Dies muss als klarer Hinweis darauf verstanden werden, dass Alkohol bei allen, bei Gesunden wie bei Kranken, die Stoffwechselsituation verbessert.
Quelle: Deutsche Weinakademie

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