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09.08.2010: 
Dr. Nicolai Worm, Berg am Starnberger See, ist Diplom-Oekotrophologe, Ernährungswissenschaftler und Autor verschiedener Bücher und Fachaufsätze zu Ernährungsfragen. Seit Jahren befasst er sich mit der Wirkung des Weingenusses auf die menschliche Gesundheit und das Wohlbefinden. Er verfolgt auch wissenschaftliche Untersuchungen zu diesem Thema und veröffentlicht entsprechende Berichte.
"Ein Tag ohne ein Glas Wein ist ein Risiko für unsere Gesundheit". Dies sagte nicht etwa ein weinseliger Winzer auf der verzweifelten Suche nach Verkaufsargumenten, sondern Professor Curtis Ellison, Chefepidemiologe an der University von Boston (USA), auf einem internationalen Fachkongress im Deutschen Herzzentrum in München. Eine Langzeitstudie aus Dänemark bestätigt ihn: Weintrinker haben bei geringer, mittlerer und selbst bei hoher Alkoholzufuhr eine niedrige Herzinfarkt- und Gesamtsterblichkeit - niedriger als Abstinente und vor allem niedriger als Bier- und Spirituosenliebhaber.
Hunderte von Pflanzenstoffen finden sich im Wein: die Polyphenole. Sie gehen bei der Weinbereitung aus der Beerenhaut und dem Fruchtfleisch und sogar aus Stängel und Kernen in die Flüssigkeit über. Dazu zählen Phenolsäuren, Tannine, Proanthocyanidine und Anthocyane, Catechin, Quercetin sowie weitere Flavonoide. Der Polyphenolgehalt des Weins hängt von der Sorte ab, aber von auch Boden- und Kulturbedingungen und nicht zuletzt von den Herstellungs- und Gärtechniken. So enthält zwar Rotwein im Mittel etwa sechs- bis siebenmal mehr Polyphenole als Weißwein (rund 4000 bis 7000 mg/l), aber bei entsprechender Technologie lassen sich auch sehr Polyphenol-reiche Weißweine kreieren.
Die Polyphenole erregen heute bei den Experten besonderes Interesse, primär als hochpotente Antioxidantien. Und sie wirken gegen Krebs: Vor allem Resveratrol zeigt im Experiment in allen Phasen der Krebsentstehung, das heißt bei Initiierung, Promotion und Progression, ein antikarzinogenes Profil. Ähnliches wurde auch für Catechin und Quercetin festgestellt. So kann man sich vorstellen, dass diese Stoffe im Wein das vom Alkohol gesetzte Risiko ganz oder sogar im Übermaß kompensieren und dies erst ab einer höheren Alkoholdosis nicht mehr möglich ist.
Zusätzlich heben Polyphenole das HDL- und senken das LDL-Cholesterol. Daneben hemmen sie die Thrombozytenaggregation und Koagulation. Und sie wirken Gefäß erweiternd und -entspannend, senken damit den Blutdruck und beugen Gefäßverkrampfungen unter Stress vor. 
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